Dorf-Streuobstwiese-Fachtext

Abgrenzung Streuobstwiese - Obstplantage

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Im Gegensatz zu intensiv genutzten, monokulturellen Obstplantagen stehen auf einer Streuobstwiese hochstämmige Obstbäume verschiedener Arten und Sorten, die nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Desweiteren erfährt eine Streuobstwiese neben der Obstnutzung eine sekundäre Grünland- oder Weidenutzung.

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Seltener Biotop: Streuobstwiese

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Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigungen u.v.m. sind Streuobstwiesen mittlerweile seltene Biotope. So hat man zur Zeit der Flurbereinigung in den 1960er Jahren fast alle Bäume in der freien Landschaft zur besseren Bewirtschaftung der Felder und Wiesen gerodet. Auch wurden Prämien für jeden gefällten Obstbaum gezahlt. Selbst heute werden die wenigen Bäume, die diese Zeit überlebt haben, aus denselben Gründen (unerlaubterweise) beseitigt. So sind heute in der leergeräumten Oberliezheimer Feldflur nahezu keine landschaftprägenden Elemente (Alleen, Baumreihen, Einzelbäumen, Hecken, etc.) mehr zu finden.

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Streuobstwiesen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

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Streuobstwiesen stellen in der heute intensiv genutzten, überdüngten Agrarlandschaft eines der letzten Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten dar. So wachsen hier mittlerweile selten gewordene Pflanzenarten, die auf nährstoffarme, extensiv genutzte Standorte angewiesen sind. Die Tierwelt ist vor allem mit farbenprächtigen Schmetterlingen, zahlreichen Spinnen-, Hummeln- und Wespenarten vertreten. Als Nahrungsgrundlage sind Streuobstwiesen aber auch für alle Wild- und Honigbienen besonders wichtig und somit für die Imkerei unverzichtbar. In alten Obstbäumen mit Höhlen können Fledermäuse, verschiedene Specht- und Eulenarten oder Singvögel brüten. Auch Reptilien wie Eidechsen oder Blindschleichen sind oft in Streuobstwiesen zu finden.

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Unsere Streuobstwiese

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Die Oberliezheimer Streuobstwiese befindet sich an der Ortsverbindungsstraße zwischen Ober- und Unterliezheim. Früher wurde hier Kies abgebaut. Nach der Verfüllung der Kiesgrube wurde die Fläche zunächst als Wiese bzw. für Gemüsegärten genutzt, ehe 2002 hier 39 Obstbäume verschiedener Arten und Sorten gepflanzt wurden. Die ersten 5 Jahre bis 2007 kümmerte sich der Obst- und Gartenbauverein Bissingen um die Obstbäume. Jetzt ist die Oberliezheimer Dorfgemeinschaft alleine für die Pflege zuständig. Am 27.02.2009 fand deswegen ein Obstbaumschnittkurs unter der Leitung von Kreisgartenberater Manfred Herian statt. Somit können die Oberliezheimer die 39 Obstbäume nun selbstständig schneiden.

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Streuobstwiesenaktion

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In den vergangenen Jahren wurde die Streuobstwiese zwar regelmäßig gemäht, das Mähgut verblieb aber an Ort und Stelle. Grund hierfür war vor allem die schlechte Zugänglichkeit und die Hanglage. Ziel der Streuobstwiese sollte es jedoch sein, einen mageren Standort zu schaffen. Um diese Ausmagerung zu erreichen, muss das Mähgut mit den darin gebundenen Nährstoffen abgefahren werden. Geschieht dies einige Jahre und kommt es zu keiner weiteren Düngung, werden dem Boden Nährstoffe entzogen und ein magerer Standort kann entstehen. Dadurch können Pflanzenarten aufkommen, die in gewöhnlichen Wirtschaftswiesen oder Äckern aufgrund mangelnder Konkurrenzstärke und Pflanzenschutzmitteleinsatz keine Chance haben. Von diesen Pflanzen profitieren wiederum zahlreiche Tiere. So kann mit unserer Streuobstwiese ein kleines, naturnahes Fleckchen mit zahlreichen blühenden Blumen und einer vielfältigen Tierwelt in der sonst so eintönigen Agrarlandschaft entstehen.

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Im Jahr 2009 fanden aus diesem Grund zum ersten Mal zwei Streuobstwiesenaktionen statt. Die Oberliezheimer waren dazu aufgerufen, im Sommer und im Herbst das zuvor gemähte Gras von der Fläche abzufahren. Zahlreiche Helfer bewaffneten sich mit Rechen, Gabel, Schubkarren, Geräteträger und Anhänger und nach jeweils gut einer Stunde war die Tat vollbracht. An dieser Stelle nochmals ein recht herzliches VERGELT´S GOTT allen Helfern.

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Auch in den kommenden Jahren werden solche Aktionen stattfinden. So ist es geplant im Mai, Juli und eventuell nochmals im September das Mähgut abzufahren. Ist die Fläche genügend ausgemagert, soll sie nur noch einmal jährlich gemäht werden. Jeder Helfer ist dazu herzlichst willkommen. Bitte helft recht tatkräftig mit!

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Veh Martin


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